Kai Koeser auf einer Schaukel

Wer Wurzeln hat, dem wachsen Flügel

Hamburg, London, San Francisco – ich bin ganz gut rumgekommen in der Welt. Aber mein Zuhause das ist immer Stade geblieben, und ganz besonders Bützfleth. Bützfleth ist vielleicht nicht das schönste Dorf in Norddeutschland. Für mich ist es aber ein ganz besonderer Flecken Erde. 

Ich bin ein Dorfkind!

Eine Dorfkindheit ist für mich das schönste, das ich mir vorstellen kann. Das prägt einen. Da ist die Freiheit, bis zum Dunkelwerden in den Apfelhöfen zu spielen und den ganzen Tag keine Erwachsenen zu sehen. Da ist aber auch die Sicherheit, dass man (fast) jeden kennt und sich die Welt erobern darf, weil die Nachbarn eben so aufpassen, wie die Verkäuferin im Lottoladen. Vom Kindergarten bis zur 4. Klasse begleiten einen die gleichen Kinder, dann fährt man gemeinsam Schulbus. Schützenverein, Kirchengemeinde, Sportverein, Gemeinsamkeit wird groß geschrieben. 

Zwischen Industrie und Melkstall aufgewachsen

Bützfleth ist natürlich geprägt von der Industrie. Die Hauptstraße ist vielbefahren, ich erinnere mich heute noch daran, wie die Gläser bei Oma im Schrank klirrten, wenn ein schwerer LKW durch die Kurve bretterte. Doch ich hatte vom Kinderzimmer einen Blick ins weite Moor – diese Weite fehlt mir heute manchmal. Abends holten wir frische Milch beim Bauern. Einmal stand plötzlich eine Kuh bei uns im Garten. Rodeln am Deich. Die feste Dorfstruktur hat mir immer Halt gegeben. Doch durch die Industrie gab es in Bützfleth schon immer einen hohen Bevölkerungsanteil mit Migrationsgeschichte. Und auch damals wurden im Schulbus mal rassistische Witze gerissen – auch das hinterlässt Spuren. 

Mein Vorbild: meine Eltern

Aufgewachsen bin ich in der Firma meiner Eltern. Beide haben immer viel gearbeitet und waren doch jederzeit greifbar für mich. Darum fühle ich mich wohl auch im Corona-Home-Office so wohl. Selbstständig sein mit allen Sorgen, Nöten und Vorteilen, das kenne ich. Die Beschäftigten meiner Eltern gehörten für mich fast schon zur Familie, so manche Beziehung besteht bis heute. Von meinen Eltern habe ich auch gelernt dass man sich einbringt und den Nachbarn hilft, wenn nötig. 

Veränderung gestalten

Doch unsere Dörfer ändern sich. Auch Bützfleth. Es gibt keinen Bäcker mehr. Unser Schlachter hat zugemacht. Der Milchladen an der Grundschule ist nicht mehr. Gasthöfe verschwinden einer nach dem anderen. So manches Haus steht nicht mehr. Das Vereinsleben ändert sich, weil immer mehr Leute weit zur Arbeit pendeln. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Dörfer lebendige und lebenswerte Orte für alle Generationen bleiben. Wir müssen unbedingt die Versorgung mit Hausärzten und Lebensmitteln sicherstellen, unter Umständen auch mit neuen Ideen. Auf jeden Fall dürfen unsere Dörfer aber nicht den Anschluss verlieren, weder über die Straßen, noch digital. Ich will, dass in unseren Dörfern sozial durchmischtes und generationenübergreifendes Leben weiter möglich ist – für die nächste Generation Dorfkinder! Denn mir haben diese festen Wurzeln ganz viel Kraft gegeben und dafür bin ich unendlich dankbar. 

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn

Mehr zum Thema

SPD Politiker am Borsteler Hafen in Jork

Gemeinsam stark für Jork

Das Alte Land zwischen Stade und Hamburg ist ein einzigartiger Landstrich. Es ist das größte Obstanbaugebiet Deutschlands. Fast jeder dritte Apfel in

Genossenschaft: Bezahlbar Wohnen

Politik für Mieterinnen und Mieter

Überall im Wahlkreis fehlt Wohnraum. Bauplätze werden unter der Hand gehandelt. In einigen Gemeinden gibt es keine kleinen Mietwohnungen für junge Singles

Elbeklinkum Stade

Krankenhausstandort sichern

Das Land Niedersachsen fördert die Stader Krankenhäuser mit 26,8 Millionen – das ist gut für die gesamte Region.

SPD - Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Kai Koeser

SPD-Bundestagskandidat für den Wahlkreis Stade I & Rotenburg II

Scroll to Top