EVB-Zug in Buxtehude

Mehr ÖPNV – trotz Corona

Viele nutzen im Moment nicht gerne den ÖPNV. Aus Angst vor einer Corona-Infektion. Das ist gut nachvollziehbar. Doch dementsprechend gehen gerade die Fahrgastzahlen zurück und die Einnahmen der Verkehrsunternehmen brechen ein. Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, die aktuellen Zahlen auf die Zeit nach Corona zu übertragen. Wenn wir den ländlichen Raum als Wohnort attraktiv halten wollen, brauchen wir zukünftig mehr ÖPNV nicht weniger. 

Eine echte Alternative

Ich bin überzeugt, wir müssen den Umstieg dabei so attraktiv wie möglich machen. Sonst ist ÖPNV keine wirkliche Alternative. Der Ausbau muss also schneller gehen, auch wenn er nicht kostentragend betrieben werden kann, egal ob akut nach der Krise oder auch perspektivisch. Angebot, Taktung, Preis und Komfort müssen stimmen. Dafür sind massive Investitionen notwendig. Und der ÖPNV muss in der Verkehrsplanung eine höhere Priorität bekommen, auch im Bundesverkehrswegeplan. ÖPNV muss ein neuer Schwerpunkt werden. Im ländlichen Raum brauchen wir endlich einen echten öffentlichen Nahverkehr und nicht einen getarnten Schülerverkehr, bei dem das Angebot auch eher schlechter wird. 

Auf die Schiene

Für einen verlässlichen ÖPNV wird die Schiene wieder eine große Rolle spielen. Große Teile unserer Region sind jedoch nicht mehr an das Schienennetz angeschlossen. Das entwickelt sich zu einem spürbaren Standortnachteil. Mit dem Netz der evb haben wir eine gute Grundlage, auf derer wir das Schienennetz in der gesamten Region wieder ausbauen können. Dazu muss als erster Schritt möglichst schnell die Bahnverbindung Stade-Bremervörde-Osterholz wieder in Betrieb genommen werden. Das kann aber nur der Anfang sein. Darüber hinaus wird es hohe Investitionen in die Infrastruktur brauchen. Schienenersatzverkehr wegen kaputter Weichen, das muss der Vergangenheit angehören. Außerdem ist ein Ausbau aktuell vielerorts aufgrund der Infrastruktur gar nicht möglich. Ebenso müssen wir alles tun, dass die Schienenanbindung nach Hamburg besser wird. Der Ausbau des Hamburger S-Bahn-Südrings oder eine Verlängerung der U4 sind Hamburger Themen. Aber beides würde spürbare Verbesserungen für unsere Region südlich der Elbe bringen.  

Vielfältiges Angebot

Natürlich wird auch zukünftig nicht jede Gemeinde an das Schienennetz angeschlossen werden. Auch sind die Bedarfe sehr unterschiedlich. In einigen Gemeinden wird es sinnvoll sein, gezielt Gewerbe- oder Industriegebiete an den ÖPNV anzuschließen. In den Mittelzentren erscheint es mir dringend nötig, den innerstädtischen Verkehr zu reduzieren, in dem mehr kleine Busse in höherer Taktung die Wohnquartiere mit der Innenstadt verbinden. In ländlichen Gemeinden mag zunächst ein Ruf-Bus sinnvoller und wirtschaftlicher sein. Die eine Antwort wird es auch beim Thema ÖPNV nicht geben. Zu unterschiedlich sind die Ausgangsbedingungen und Anforderungen. Wir werden da kreativ sein müssen, um die richtigen Antworten zu finden. Einfach so ein städtisches ÖPNV-System auf unsere Region zu übertragen, das funktioniert nicht. Das muss sich aber auch in Förderbedingungen niederschlagen. Das muss Politik in meinen Augen leisten!

Jetzt nicht nachlassen

Wir brauchen auch in Zukunft einen echten ÖPNV. Auch der ländliche Raum braucht Mobilitätsalternativen zum PKW. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit, eine Frage der gleichwertigen Lebensverhältnisse und eine Frage der Teilhabe für Menschen aller Generationen. Wir dürfen jetzt in der Krise nicht den Fehler machen und die Investitionen in den ÖPNV zurückfahren. Und wenn wir den ÖPNV weiterentwickeln wollen, dann dürfen wir jetzt nicht die Verkehrsverbünde finanziell im Regen stehen lassen. Die Busse, die jetzt wegen Corona leer durch die Gegend fahren, stehen für mehr Mobilität in der Zukunft.

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